Nachwirkungen der Behandlung

Ich habe mich schon oft gefragt, was die Leukämie und die Behandlung derselbigen in meinem Körper angerichtet haben und welche Folgen, auch Spätfolgen, das noch haben wird. Oder welche Folgen es schon hatte. Ich habe versucht, einmal zusammenzufassen, was sich an meinem Körper so verändert hat durch die Erkrankung und das ganze drumherum.

Inzwischen wieder vorbei sind die Bläschen, die ich monatelang im Mund hatte. Besonders, wenn ich etwas Scharfes gegessen habe. Die waren richtig nervig und eklig und ich bin froh, dass das vorbei ist. Meine Fingernägel sehen inzwischen wieder normal aus und die Fußnägel sind auf dem besten Wege dahin.

Am Offensichtlichsten (für Leute, die mich vorher schon kannten) sind wahrscheinlich der Gewichts- und der Haarverlust. Die Haare wachsen natürlich wieder und sind ja auch schon fast wieder kinnlang. Trotzdem habe ich Locken bekommen (die aber wieder rauswachsen) und sehe einfach anders aus.

Dann wäre da mein Hormonhaushalt. Die Blutuntersuchung hat ergeben, dass es immerhin bergauf geht. Da hilft nur, das öfter zu tun, um Veränderungen festzustellen.

Seit dem Frühjahr habe ich auch Probleme mit meiner Haut. Die ist schrecklich. Einerseits furchtbar trocken, andererseits habe ich Unreinheiten. Das ist aber okay. Was mich tierisch nervt ist, dass ich andauernd Dinger im Gesicht und am Hals habe, die Aussehen und jucken wie Stiche, aber definitiv keine Stiche sind. Ob das normal ist, weiß ich nicht, ich hatte so etwas früher aber nie. Die kommen fix und klingen dann auch wieder ab, nerven aber tierisch.

Neuerdings bin ich ja auch allergisch auf Katzen. Zumindest habe ich beim Besuch unserer Katze bei der Pflegefamilie quasi sofort schrecklich reagiert. Mit juckenden, tränenden Augen, laufender Nase und juckender Haut. Das finde ich persönlich so schade, da ich Katzen toll finde und immer selber eine haben wollte. Zum Glück vertrage ich den Hund (und den Hamster meiner Schwester jetzt auch).

Der Grund, weshalb ich diesen Eintrag schreibe sind meine Augen. Die jucken nicht nur bei der Begegnung mit der Katze, sondern auch sonst andauernd. Ich finde, dass sie eher trocken sind und ziemlich oft jucken sie so, dass ich fast verrückt werde. Sie tränen dann, entweder eines oder beide und ich weiß mir nicht anders zu helfen als erst wie blöd zu reiben, es dann zu bereuen, mit aller Macht zu versuchen, das bleiben zu lassen und mich irgendwie abzulenken, bis es ein wenig nachgelassen hat. Das gelingt mal mehr und mal weniger, auf jeden Fall sehe ich danach immer aus als hätte ich drei Tage durchgeheult.

Ich hatte mir schon gedacht, dass das irgendwie mit der Leukämie zusammenhängen muss, wusste aber nicht genau, wie. Irgendwelche Allergien vielleicht. Etwas in der Richtung. Dann fiel mir neulich ein, dass ich irgendwann einmal auf der Seite hier gewesen bin, zu einer Zeit, als ich das noch nicht hatte. Und jetzt überlege ich, ob meine juckenden Augen eine Art GvHD sind. Oder Nachwirkungen davon. Oder was auch immer.

Meinem Arzt hatte ich davon im September schon erzählt. Ihn schien das nicht sonderlich zu interessieren. Ich werde das am 22. Dezember (nächster Termin, ich bin inzwischen bei „alle drei Monate“ angelangt) nochmal ansprechen. Und mein nächster Weg führt dann zum Augenarzt. Vielleicht weiß der ja was. Obwohl ich auf Ärzte allgemein nicht so gut zu sprechen bin. Aus diversen Gründen. Hmpf. Außer auf meinen Retter in Weiß im Krankenhaus. ;)

7 Kommentare

  1. Hallo Maike, ich hatte zwar keine Leukämie, habe aber eine Autoimmunerkrankung und muss ständig so eine Art milden Chemomix als Immunsuppression nehmen. Meine Augen jucken auch ziemlich und sind abends dann ro (es passieren auch hin udn wieder ein paar autoimmune Unarten damit, aber das nur am Rande). Ich habe das mit meiner Augenärztin abgecheckt und es liegt z.T. an den Medis, zum Teil aber auch an der trockenen Luft, die in unseren Breiten grundsätzlich in allen Räumlichkeiten besteht und dazu dann noch viel Arbeit am Rechner (dabei blinkt man nicht so oft weil man sich so konzentriert) und ich muss meine Augen jetzt super gut pflegen: mit Salbe (Corneregel) und alle paar Stunden Tropfen (Ersatztränen, z.B. Biolan). Alles harmloses Zeug und in jeder Apotheke zu haben. Für Dich sicher auch auf Rezept – ich muss es jedenfalls nicht bezahlen. UND: es wurde ziemlich schlagartig besser. Probier’s mal aus.Alles Gute.

    • Hallo Sabine,

      danke für deinen Kommentar, ich werd mal mit meinem Arzt reden! Vielleicht kann ich die Salbe und die Augentropfen mal ausprobieren. Das wäre super, wenn es hilft. :)

      Liebe Grüße
      Maike

  2. Hallo Maike, trotz allen frohe Weihnachten – du hast es soweit geschafft, die Augen bekommst du auch noch in den griff! Gruesse Georg

  3. hallo maike,

    weiß nicht ob du dich erinnerst
    vor einem jahr haben wir ein bisse gemailt
    ich lese noch immer regelmäßig deinen blog
    freu mich dass du jetzt in meiner heimat österreich studierst und vor allem dass es dir so gut geht

    bei mir hat es vor einem jahr ja so ausgesehen als würde ich es ohne transplantation schaffen
    das war dann leider doch nicht so
    mitlerweile hab ich tag +43
    jetzt bin ich diejenige die faul auf der couch sitzt;-)

    wünsch dir schöne weihnachten und alles gute für das neue jahr
    lg, katrin

  4. Hallo Maike! Ein sehr interessanter Blog-Eintrag – er verdeutlicht, mit was ein Leukämie-Patient ganz abseits von Chemo, Bestrahlung und Knochenmarktransplantation auch zu kämpfen hat. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass Dein Arzt „nur“ auf die Leukämie geeicht ist. In Sachen Augen und Haut solltest Du auch einen Hautarzt aufsuchen. Ich kenne hier im Süden von München eine tolle Praxis, aber das wird Dir zu weit sein. Einen guten Hautarzt zu finden, ist nicht ganz einfach. Horch Dich mal um, vielleicht kennt jemand einen guten in Deiner Nähe.

    Oh, und noch in Sachen Katzenallergie: Soweit ich weiß, hattet ihr ja daheim die „ganz normalen“ Europäischen Kurzhaarkatzen. Auf die reagieren Allergiker oft sehr heftig. Das gleiche gilt für Siamesen. Ganz anders hingegen – Überraschung! – Langhaarkatzen. Besonders Maine Coon und Norweger sind für viele Allergiker wirklich überhaupt kein Problem. Ich habe ja selbst drei Racker: auf meinen alten Bauernhof-Kater reagieren ganz viele Leute fürchterlich allergisch. Auf die zwei anderen (Persermix und Norweger) überhaupt nicht. Auch mein Schwager, der Allergiker und Astmatiker ist, hat wieder eine (Langhaar-)Katze, also Kopf hoch: Vielleicht kannst Du Dir ja doch mal wieder eine Katze halten.

    So, und jetzt wünsche ich Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest mit Deiner Family.

  5. Hallo marike!
    Ich habe am 1.märz 2015 meine Diagnose AML bekommen. Ende August muss ich eine Transplantation machen. Ich weiß das es bestimmt ein harter weg wird.wie lange warst du wirklich schwach nach der Transplantation.Ich bin seit meiner 1 chemo in remission. Ich habe solche Angst vor der Transplantation.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.